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Historisches

  

1. Geschichtliches   

 

1.1 Die Entstehungszeit:

Bereits im 14. Jahrhundert war Prappach eine selbständige Pfarrei, zu der kirchlich die Nachbarorte Sylbach, Ober- und Unterhohenried, Römershofen, Altershausen, Sechstal, Erbrechtshausen (Schafhof bei Königsberg), Windberg und die Kapelle St. Dietrich (zwischen Bischofsheim und Sechstal) gehörten. Damals gab es mit Sicherheit auch schon eine Kirche. Sie befand sich - wie noch heute - inmitten eines befestigten Friedhofs, der von einer Mauer mit offenen Rundtürmen und einem Graben mit Zugbrücke umgeben war. Ein noch heute vorhandener Keller innerhalb dieser Ummauerung könnte darauf hinweisen, dass die Ortseinwohner auch einen oder mehrere Gaden ( = Versorgungs- und evtl. Wohnkeller) besaßen, in die sie im Kriegsfall, z.B. bei einer Belagerung, flüchten konnten. Ein noch heute übrig gebliebenes Rundtürmchen mit Schlüsselschießscharten ist die augenfälligste Erinnerung an die ehemalige Verteidigungskraft.

Das wichtigste Kennzeichen der Wehrkirche ist jedoch der Chorturm. Er ist die eigentliche Zelle der Anlage. Man kann für ganz Franken sagen, dass die Mehrzahl aller Wehrkirchen mit einem massiven Turm begonnen wurde. Über dem Chor mit dem Altar befanden sich Verteidigungsräume, in denen ständig Waffen und Feuerlöschgeräte aufbewahrt wurden. In einer obersten

Kammer diente der Turm der Beobachtung durch den Wachposten. Die barocke Turmhaube dieses trutzigen Wehrturms stammt aus späterer Zeit. Der Begriff "Kirchenburg" trifft für die Prappacher Kirche nicht zu, wenngleich sie die Funktion einer Burg mit übernahm.

Im Friedhof stand die 1512 erbaute und 1792 abgebrochene Markuskapelle mit Ossarium (Gebeinhaus). Eine von dieser Kapelle stammende Sandsteinplatte ist an der Südseite der Kirche (Friedhofseite) angebracht. Die Inschrift besteht aus gotischen Minuskeln und beinhaltet, dass der ehrwürdige Abt vom Kloster Theres, Thomas Heydolff, 1512 am Fest Maria Verkündigung den Grundstein für diese Kapelle gelegt hat. Die Steinplatte wurde von dem Prappacher Bernhard Thein im April 1897 aufgefunden. Wichtig ist auch zu wissen, dass dieser Abt ein Sohn des Dorfes Prappach gewesen sein soll. Diese Friedhofskapelle musste (leider) der Kirchenerweiterung 1792 weichen.

Im Rahmen der Dorferneuerung bekam nach der Startphase 1997/98 das Kirchenumfeld, nämlich Treppenaufgang, Wehrmauer und Kirchenumgang, ein neues Gesicht.

Erste Umgestaltung durch Fürstbischof Julius Echter (1573 - 1617)

Im Gegenzug zur Reformation erkannte der Würzburger Fürstbischof Julius Echter die Bedeutung einer Frontstellung, die das katholische Prappach gegen das protestantisch gewordene Königsberg einnehmen sollte. Er erneuerte und erweiterte die Prappacher Kirche. Der innere Chorraum - wie wir ihn heute vor uns sehen -ist sicher in dieser Zeit entstanden. Gotische Bauelemente wie spitzbogige Fenster und Gewölbe stammen aus dieser Zeit.

Dass Julius Echter der Pfarrei Prappach eine besondere Bedeutung im Kampf gegen die Reformation beimaß, davon zeugen auch die drei Wappen, in denen er sich in Prappach verewigte (in der Sakristei, im Schlussstein des Chorgewölbes und besonders prunkvoll und wuchtig über dem Sakristeieingang.

Diese drei Wappen und die über dem gotischen Chorbogen eingemeißelte Jahreszahl "1589" rühmen Julius Echter als Bauherrn der Prappacher Kirche (besser: als Bauherrn des gotischen Chorraums und der Sakristei). Sie rühmen Julius Echter aber auch als großen Gegenreformator, also als Gegner des Protestantismus. Julius Echter gab nämlich der Kirche in Prappach 1589 den Erzengel Michael als Kirchenpatron, den Vorkämpfer der Gegenreformation. Bis dahin hatte die mittelalterliche Kirche als Patrozinium Allerheiligen. Die Darstellung des hl. Michael, der sich mit den Engeln erhoben hat, um gegen den Drachen (Teufel) zu kämpfen, ist gleich dreimal - wenn auch zu späterer Zeit - künstlerisch dargestellt: als großes Deckengemälde, als kleine Holzplastik, als Glasmalerei im Kirchenfenster des Chorraums.

Die zweite Umgestaltung und Erweiterung durch Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1779 - 1795)

In der Zeit, als Wehrkirchen ihre eigentliche Bedeutung verloren, die Dorfbevölkerung zunahm und bekannte barocke Kirchen wie Vierzehnheiligen oder Maria Limbach entstanden, erfuhr auch die Prappacher Kirche eine Umgestaltung und Erweiterung. Unter Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal wurde an den gotischen Chorraum das barocke Kirchenschiff angebaut. Auch dieser Kirchenfürst hat sich in einem nicht zu übersehenden Wappen verewigt, unter dem die Jahreszahl 1792 aufgetragen ist. Die Kirche erhielt sowohl in der Außenarchitektur als auch in der Raumausstattung ihr barockes Aussehen. Allerdings gilt festzuhalten, dass viele barocke Kunstgegenstände erst zu späterer Zeit die Kirche schmückten (wie die Seitenaltäre und das Deckenfresko).

 

1.2. Raum und Kultausstattung

Betritt der Kirchenbesucher den Innenraum, steht er sogleich im rechteckigen Kirchenschiff und blickt geradeaus zum flächenmäßig kleineren quadratischen Chorraum, der durch den Hauptaltar voll ausgefüllt ist. Der große gotische Chorbogen stellt deutlich die Trennlinie dar. Dem Chorraum gegenüber baut sich über dem Haupteingang eine zweigeschossige Emporenfront auf, in deren Mitte die Orgel eine zentrale Stellung bezieht.

Altar und Orgel nehmen nicht nur wichtige Positionen ein; sie sind sich gegenseitig zugewandt, als seien sie sich ihrer korrespondierenden und jeweils spezifischen Rolle im liturgischen Geschehen voll bewusst.

1997 erhielt die Pfarrei St. Michael aus der Orgelwerkstätte Werner Mann, damals Dorfprozelten, eine neue Orgel. Die Vorgängerorgel wurde um 1850 von der Fa. Schlimmbach, Königshofen, eingebaut und zwischen 1920 und 1940 (leider gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen) durch den Orgelbauer Eduard Hofmann aus Hofheim mit einer pneumatischen Röhrentraktur versehen. Die heutige Orgel ist eine mechanische zweimanualige Schleifladenorgel mit 16 Registern und 1030 Pfeifen. Sie wurde am 16. Februar 1997 von Weihbischof Helmut Bauer aus Würzburg eingeweiht und von Regionalkantor Rainer Aberle musikalisch vorgestellt.

Die gesamte Innenausstattung ist im Stil des ausgehenden 18. Jahrhunderts in spätbarocker Manier vorgenommen.

2. Die Altäre

Der aus Holz gearbeitete marmorierte Hauptaltar ist ein typischer Kreuzaltar. Vor dem dunklen Hintergrund eines Altarblattes erstrahlt übermächtig der Gekreuzigte. Seine Mutter Maria und sein Lieblingsjünger Johannes, flankierende barocke Figuren, stehen nahe bei ihm unter seinem Schutz.

Vier korinthische Säulen und schlichter barocker Zierrat umrahmen dieses Altarbild und den darüber thronenden Gott Vater und den hl. Geist.

Seitenaltäre

Die beiden Seitenaltäre stammen aus der Haßfurter Stadtpfarrkirche. Im Zuge der "Entbarockisierung" der Haßfurter Kirche in den Jahren 1883 - 1889 kamen die beiden Altäre nach Prappach, allerdings ohne die ursprünglichen Altarblätter (Altarbilder).

Der Seitenaltar auf der Evangeliumseite (linke Seite) stellt in seinem dominierenden Altarblatt die Heilige Familie dar, flankiert von den Statuen des hl. Aquilin und des hl. Johannes Nepomuk, beide Priester und Märtyrer. Der Geburtsort des hl Aquilin ist Würzburg. Er ist 1015 in Mailand von Irrlehrern ermordet worden. Johannes Nepomuk ist 1393 in Prag in der Moldau ertränkt worden und wird als böhmischer Nationalheiliger verehrt. Interessant ist auch das kleine Altarbild in der Spitze des Seitenaltars, das den hl. Johannes darstellt, wie er den ersten Satz des ersten Kapitels zu seinem Evangelium schreibt (In principio verbum erat - Im Anfang war das Wort). Nicht unerwähnt sollte ein Medaillon über dem Altarblatt sein, auf dem man die Haßfurter Stadtpfarrkirche zu erkennen meint.

Das Altarblatt auf der Epistelseite (rechter Seitenaltar) stellt die 14 Nothelfer dar, was sowohl aus vergangener als auch aus gegenwärtiger Sicht eine hohe Aussagekraft hat. War doch die Kirche ursprünglich, also vor Julius Echter, den 14 Heiligen geweiht. Beim Anblick dieses Bildes entsteht bei vielen Prappachern eine enge Beziehung zur alljährlichen Wallfahrt in die berühmte Basilika Vierzehnheiligen. Auch diesen Altar rahmen zwei Figuren ein, beide Apostel und Märtyrer: Zum einen der - weniger bekannte - Apostel Judas Thaddäus, der der Legende nach mit einer Keule als Tatwerkzeug erschlagen worden sein soll.

Die andere Figur ist der Apostel Jakobus der Ältere, Bruder von Apostel und Evangelist Johannes, Sohn des Zebedäus und der Mutter Salome. Er erlitt als erster der 12 Apostel den Martertod durch Soldaten von Herodes Agrippa. Seine Gebeine wurden vom Katharinenkloster auf dem Berg Sinai zum Schutz vor den Sarazenen im achten Jhr. nach Spanien (Santiago de Compostella) gebracht. Der Legende nach soll er bis nach Spanien gewandert sein, um zu predigen (Kennzeichen: Wanderstab, Jakobusmuschel).

Auch in diesen Seitenaltar ist im oberen Teil noch zusätzlich ein kleines Altarblatt eingearbeitet, das das Herz Jesu mit einer umschlungenen Dornenkrone darstellt.

Das Deckenfresko

Die schon im klassizistischen Stil stuckierte Decke umrahmt ein wuchtiges Gemälde, auf dem der Kirchenpatron St. Michael im Kampf gegen den Satan dargestellt ist. Eine Signatur nennt als Entstehungszeit das Jahr 1887 und den Namen Stühler. Der Maler hatte den bürgerlichen Namen Johann Stühler, war Malermeister und stammte aus Humprechtshausen. Er wurde im Jahre 1937 vom Blitz erschlagen (nach Heimatforscher Weisel, Zeil). Im Zuge der Deckenrenovierung 1991 ist die realistische Kampfszene wieder deutlich erkennbar.

Totengedenktafel

Prappach hat die Kriegsopfer des 1. und des 2. Weltkrieges nicht vergessen und ihnen eine Gedenktafel in der Kirche gewidmet, auf der die Namen festgehalten sind. Sie erinnert auch an die schweren Kriegstage vom 10. - 12. April 1945, an denen das Dorf durch Bomben und Granaten stark zerstört worden ist. Dabei kamen insgesamt 21 Menschen ums Leben.

Anmerkung:

Der mittelalterliche Abschnitt zur Prappacher Kirchengeschichte bezieht teilweise seine Quellen aus dem Textband zur 750 Jahrfeier der Stadt Haßfurt:

Gerhard Wagner, Der Raum zwischen Haßfurt und Königsberg im Mittelalter, S. 31 ff

Leider ist dort die Geschichte der Ortsteile der Stadt Haßfurt nur bis Ende des 16. Jahrhunderts aufgearbeitet.

Im Jahr 1974 / 75 wurde der Kirchturm renoviert.

Im Jahre 1989 / 90 wurde das Pfarrhaus zu einem Pfarr- und Jugendzentrum umgestaltet und erneuert.

2001 musste das Kirchendach neu gedeckt werden.

2005 wurde das komplette Kirchenumfeld und der Kirchenaufgang (im Rahmen der Dorferneuerung) neu angelegt.

Bilder aus unserer Pfarrkirche Sankt Michael


 

Altarraum

 

 

Empore mit Orgel

   

 

Deckenbild

   

 

Seitenaltar - links 

 

 

 

Seitenaltar - rechts

   

 

 

Hochaltar

 

 

 

 

Wallfahrerschild

 

  

 

 

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